
Indien wird ab dem 1. Mai 2026 die Gesetze der „Promotion and Regulation of Online Gaming Rules“ (PROGA 2025) anwenden und durchsetzen.
Das Mandat, das am 22. August 2025 von den Häusern der Lok Sabha und Rajya Sabha autorisiert wurde, wird ein totales bundesweites Verbot für alle Apps, Geräte und Dienste verhängen, die Echtgeld-Spielmechanismen und -transaktionen beinhalten.
Das Gesetz wurde vom Union Ministry of Electronics and Information Technology (MeitY) entworfen und wird die Umsetzung eines bundesstaatlichen Rahmens für indische Behörden zur Regulierung von Online-Spielaktivitäten durchsetzen.
Am 1. Mai wird MeitY die Online Gaming Authority of India (OGAI) als neue Regulierungsbehörde für den Sektor starten, die die Klassifizierung von Spielen unter den Bedingungen von PROGA überwachen wird.
Der Behörde werden Befugnisse übertragen, um die Einhaltung zu überwachen, illegale Spielaktivitäten zu untersuchen und über Beschwerden zu urteilen, die sich auf unlizenzierte „Echtgeld“-Plattformen beziehen, die indische Verbraucher anvisieren.
Die OGAI wird mit „gerichtlicher Autorität“ operieren und verfügt über Befugnisse, die denen eines Zivilgerichts ähneln, um Entitäten vorzuladen, Beweise zu prüfen und Urteile zu vollstrecken. Die Durchsetzung von PROGA wird von einer indischen Zentralpolizeieinheit unterstützt, wobei die OGAI die Unterstützung des Central Bureau of Investigation (CBI) anfordern kann.
Im Rahmenwerk werden die Mechanismen des Online-Geldspiels definiert als „ein Online-Spiel, das von einem Nutzer durch Zahlung von Gebühren, Einzahlung von Geld oder anderen Einsätzen in der Erwartung auf Gewinn von Geldbeträgen oder anderer Bereicherung gespielt wird“, ungeachtet dessen, ob „das Spiel auf Geschicklichkeit, Zufall oder beiden basiert“.
Das Gesetz erstreckt sich auch auf die Förderung und Werbung für solche Dienste, wobei Verstöße mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren und Geldstrafen von bis zu ₹1 crore (ca. 95.000 €) geahndet werden.
Der Vorstand von MeitY hat argumentiert, dass die Regeln von PROGA so konzipiert wurden, dass sie Plattformen, Apps und Systeme erfassen – nicht nach Spielmechanismen, sondern durch „das Vorhandensein von finanziellem Risiko und Belohnung“.
Die Regeln werden ein dreistufiges Klassifizierungssystem einführen, das Online-Sozialspiele, E-Sports und Online-Geldspiele abdeckt.
Während soziale und Gelegenheitsspiele unter einem leichteren Regulierungsansatz betrieben werden dürfen, dürfen E-Sport-Wettbewerbe Preisgelder anbieten, sofern diese im Voraus deklariert und als autorisierte Wettbewerbsveranstaltungen strukturiert sind (mit festgelegter Preisstruktur und Wettbewerbsregeln).
MeitY hat jedoch klargestellt, dass jedes Format, das „direktes Setzen durch Nutzer“ beinhaltet, als verbotener Geldspieltyp neu klassifiziert werden kann. Diese Unterscheidung gibt der OGAI ein erhebliches Ermessen, um die Compliance im Einzelfall zu bestimmen.
Kein Weg zurück
Die Regierung hat PROGA als „regulationsarmen“ Rahmen für nicht monetarisches Gaming dargestellt und die obligatorischen Registrierungsanforderungen für die meisten sozialen Spielplattformen entfernt, sofern sie nicht zur Überprüfung markiert sind.
Obwohl PROGA bundesstaatliche Regeln und Definitionen für Echtgeld-Gaming und seine Mechanismen festlegt, geht das Gesetz nicht so weit, eine definitive rechtliche Klassifizierung von „Online-Glücksspiel“ bereitzustellen, was eine Lücke im Gesetzgebungsverfahren bleibt.
Nach der indischen Verfassung werden Wetten und Glücksspiel als autonome Vorrechte klassifiziert, was bedeutet, dass einzelnen Bundesstaaten die primäre Befugnis eingeräumt wird, Glücksspielaktivitäten in ihren Zuständigkeitsbereichen gesetzlich zu regeln oder zu verbieten.
Die bundesstaatlichen Gesetze des indischen Glücksspiels bleiben an den Public Gambling Act von 1867 gebunden, der Pferderennen als die einzige bundesweit anerkannte Glücksspielaktivität beibehält.
Die Genehmigung des PROGA-Regimes führte zu einer sofortigen Neukonfiguration des indischen Gaming-Sektors, der im Jahr 2024 eine GGR von ₹31.900 crore (~3,7 Mrd. €) verzeichnete und eine Belegschaft von ca. 120.000 beschäftigte.
Im Gefolge des PROGA-Regimes schloss Flutter Entertainment sein Junglee Games-Unternehmen, schloss sein Büro in Mumbai und verbuchte einen Wertberichtigungsaufwand von ca. 560 Mio. $.
MeitY wurde aufgefordert, die Klassifizierung bestimmter Echtgeld-Spielmechanismen zu überdenken, wobei Interessengruppen warnen, dass zu breite Definitionen sich nachteilig auf den Technologie- und Digitalsektor Indiens auswirken könnten.