
Milen Totev, Vorsitzender der The Association of Organisers of Gambling Games and Activities in Bulgaria (AOGGAB), hat die Vorstellungen einer Harmonisierung der Glückspielsteuern in Europa abgelehnt.
In einem Gespräch mit SBC News warnte Totev davor, dass diese Art von Vorschlag zwar als einfach und politisch unkompliziert erscheinen mag, „aber Unsicherheit und Chaos verursachen würde“.
Gescheitert wurde die Idee bereits im Jahr zuvor, als EU-Mitgliedstaaten aufgefordert wurden, einen Wandel in der Steuerung anzunehmen. Dies erfolgte nach einem Vorschlag von Victor Negrescu, Vizepräsident des Europäischen Parlaments und Mitglied der rumänischen Sozialdemokratischen Partei (PSD).
Negrescu fasste den Vorschlag als sowohl ökonomische als auch soziale Maßnahme auf, die die Gesamtrechtlichkeit des Glückspiels in Europa verbessern könnte.
Totev betonte jedoch, dass der Vorschlag sehr unwirksam sei und zu erheblicher Unsicherheit in der Branche führen würde.
„Im Europäischen Union wird das Glückspiel derart geregelt, dass jeder Mitgliedstaat die Regeln für den Sektor unabhängig innerhalb des Rahmens seines nationalen Rechts festlegt und gleichzeitig den allgemeinen Grundsätzen der EU folgt“, unterstrich er.
Totev ergänzte, dass ein gemeinsamer Steuersatz für alle Online-Operatoren somit eine Änderung der gegenwärtigen Logik des europäischen Rahmens bedeute.
Er fuhr fort: „Sollte eine solche Maßnahme eingeführt werden, würden viele Fragen aufgeworfen: Wer sammelt sie? Wie wird sie zwischen den Ländern verteilt? Wie berücksichtigt man die Größe jedes Marktes? Wie vermeidet man eine zusätzliche Belastung für lizenzierte Operatoren und wie behandelt man das illegale Online-Markt?
„Eine solche Veränderung würde nicht nur in Europa Unruhe und Unsicherheit stiften. Die Märkte sind bereits global miteinander vernetzt. Ein Operator, Anbieter oder Technologieunternehmen arbeitet oft in mehreren Rechtsordnungen gleichzeitig.
„Wenn eine gemeinsame Gebühr eingeführt wird, ohne ein klares rechtliches und praktisches Rahmenwerk, würde der Einfluss weit über das Online-Segment hinausgehen. Unsere Haltung ist, dass das europäische Gespräch wichtig ist, aber dabei die nationalen Systeme und die Realität der individuellen Märkte berücksichtigen muss.
„Eine Maßnahme, die lizenzierte Operatoren belastet, ohne das illegale Markt zu begrenzen, wird das Grundproblem nicht lösen.“
Zukünftig sah Totev vor allem im Balkanregion den Kampf gegen den Schwarzmarkt. Nach der Gründung der Balkan Gaming Federation (BGF) sei dieser ein zentrales Thema.
Laut Totev könnten engerer Zusammenarbeit zwischen den Nationen der Schlüssel dazu sein, was er als eine der „Hauptaufgaben der BGF“ beschrieb.
Er erklärte: „Die BGF wird sich für einen schnelleren Austausch von Informationen zwischen den Verbänden, gemeinsame Initiativen gegen das illegale Markt und bessere Beziehungen zu den Institutionen in jedem Land einsetzen.
„Lizenzierte Operatoren sind natürliche Partner in diesem Prozess. Jeder Operator, der eine Lizenz hat, Steuern zahlt und die Regeln beachtet, hat Interesse daran, illegale Sites zu identifizieren und zu melden. Das ist nicht nur Geschäftsschutz, sondern auch Schutz des Verbrauchers und des Staates.“
Totev nannte Kroatien als Beispiel, das die Bedeutung einer Detektionsplattform für illegale Operatoren unterstreiche. Effiziente Erkennung sei als lebenswichtig in der Bekämpfung des Schwarzmarktaufschwungs angesehen worden.