
Das litauische Finanzministerium hat Pläne zur Einführung einer „obligatorischen Spielerkarte“ vorgelegt, um der Regierung einen direkten Einblick in die Aktivitäten der Bürger bei Glücksspielanbietern zu ermöglichen.
Der Vorschlag wird von Finanzminister Kristupas Vaitiekūnas unterstützt, der hofft, dass die Maßnahme in die laufenden Pläne Litauens zur Einführung eines neuen Glücksspielregimes bis 2028 aufgenommen wird.
Nach den von Vaitiekūnas dargelegten Plänen wird die Spielerkarte die zentrale Komponente eines neuen zentralisierten Überwachungssystems sein, das analysiert, wie litauische Verbraucher mit den acht von der Gambling Control Authority (LPT) zugelassenen Lizenznehmern interagieren.
Vaitiekūnas betrachtet die Karte als definitive Maßnahme, um alle Schlupflöcher zu schließen und die Einhaltung der seit 2025 geltenden Gesetze zu gewährleisten.
„Eine Spielerkarte ist ein gemeinsames Profil, das im Informationssystem existieren würde, und alle Glücksspielunternehmen hätten diese Informationen, wüssten, welches Glücksspiel-Limit eine Person erreicht hat, und würden sie daran hindern, weiter zu spielen“, sagte Vaitiekūnas und umriss das Kernziel der Reform.
Im Jahr 2024 begann der Seimas mit der Umsetzung der ersten Resolution der litauischen Glücksspielvorschriften.
Das Mandat begann mit der Anhebung des gesetzlichen Glücksspielalters von 18 auf 21 Jahre ab dem 1. Januar 2025, gefolgt von umfassenden Werbebeschränkungen in digitalen Medien, Rundfunk und Sponsoring.
Das Finanzministerium ist der Ansicht, dass Tools für verantwortungsbewusstes Spielen diskretionäre Maßnahmen zur Kontrolle von Glücksspielrisiken sind, da die Spieler Limits bei einzelnen Anbietern festlegen dürfen, diese aber nicht umfassend auferlegt werden. Die Spielerkarte zielt darauf ab, eine klare Lücke zu schließen, indem Limits universell durchgesetzt werden.
Das zentrale Register wird von einem speziellen „Glücksspielaufsichtsdienst“ betrieben, der Echtzeitdaten über die Spieleraktivität, einschließlich Einzahlungen, Verlusten und Gewinnen, liefert und sicherstellt, dass nach Erreichen eines Limits das weitere Glücksspiel auf allen lizenzierten Plattformen blockiert wird.
Die Maßnahme ist Teil eines breiteren Pakets von Strukturreformen, insbesondere im Bereich der Bekämpfung von Geldwäsche.
Ab 2026 müssen alle von der Bank of Lithuania lizenzierten Banken glücksspielbezogene Transaktionen überwachen und verdächtige Aktivitäten an die LPT melden.
Finanzinstitute sind außerdem verpflichtet, Zahlungen an schwarzgelistete Betreiber innerhalb von 24 Stunden nach Erhalt behördlicher Anweisungen zu blockieren. Nichteinhaltung wird mit Geldstrafen von bis zu 6.000 € geahndet, wobei Wiederholungstäter höheren Strafen unterliegen.
Zusammen bilden diese Maßnahmen Teil eines koordinierten regulatorischen Neustarts, der darauf abzielt, den Verbraucherschutz zu stärken und gleichzeitig den Einfluss nicht lizenzierter Betreiber einzudämmen.
Die Umsetzung wird einem gestaffelten Zeitplan folgen. Erste regulatorische Änderungen sollen ab Mai 2027 in Kraft treten, die vollständige Einführung des Spieler kartensystems ist für 2029 geplant. Die Übergangszeit soll den Betreibern Zeit geben, sich an neue Compliance- und technische Anforderungen anzupassen.
Der Vorschlag stieß jedoch auf eine vorsichtige Reaktion. Während es breite Unterstützung für verbesserte Maßnahmen für verantwortungsbewusstes Spielen gibt, bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Kosten und der Komplexität der Implementierung eines zentralisierten Systems sowie Fragen, ob der Vorschlag des Finanzministeriums die bürgerlichen Freiheiten verletzen könnte.