TLDR
- Google-Softwareentwickler Michele Spagnuolo sieht sich mit Bundesanklagen konfrontiert, weil er angeblich interne Unternehmensdaten genutzt hat, um auf Polymarket zu wetten.
- Er soll das Konto „AlphaRaccoon“ betrieben und damit Wetten in Höhe von 2,7 Millionen US-Dollar platziert sowie 1,2 Millionen US-Dollar Gewinn erzielt haben.
- Spagnuolo nutzte ein internes Google-Tool, um Suchtrends zu verfolgen, und wettete anschließend auf diese Ergebnisse.
- Ihm werden Warentermingeschäftsbetrug, Überweisungsbetrug und Geldwäsche vorgeworfen, wofür eine Höchststrafe von 50 Jahren droht.
- Die CFTC hat zudem eine Zivilklage eingereicht, in der Strafen, die Herausgabe von Gewinnen und Handelsverbote gefordert werden.
(SeaPRwire) – Bundesstaatsanwälte geben an, dass Michele Spagnuolo auf vertrauliche Suchdaten von Google zugegriffen und unter Verwendung dieser Informationen Wetten auf Prognosemärkten platziert hat.
„Ein Google-Mitarbeiter hat angeblich vertrauliche Informationen genutzt, um durch Insiderhandel auf einem Prognosemarkt mehr als 1,2 Millionen US-Dollar zu verdienen“, sagte U.S. Attorney Jay Clayton. „Unternehmensinsider, die vertrauliche Informationen missbrauchen, um für persönlichen Gewinn zu handeln, werden strafrechtlich verfolgt.“…
— US Attorney SDNY (@SDNYnews) 27. Mai 2026
Das Justizministerium hat am 28. Mai Anklage gegen Spagnuolo, einen Google-Softwareentwickler mit Sitz im Southern District of New York, erhoben. Ihm wird vorgeworfen, nicht-öffentliche interne Daten verwendet zu haben, um 25 Wetten auf Polymarket, der auf Kryptowährungen basierenden Prognosemarkt-Plattform, zu platzieren.
Spagnuolo soll ein internes Google-Tool verwendet haben, um zu überwachen, wer die meistgesuchten Personen im Jahr 2025 waren. Anschließend wettete er darauf, dass genau diese Personen auf Googles „Meistgesucht“-Liste zum Jahresende erscheinen würden.
Die Staatsanwaltschaft gibt an, dass er unter dem Polymarket-Benutzernamen „AlphaRaccoon“ agierte. Das Konto transferierte rund 3,8 Millionen USDC an Polymarket und erzielte letztlich einen Gewinn von etwa 1,2 Millionen US-Dollar.
Wie das mutmaßliche System funktionierte
Ein in der Klageschrift genanntes Beispiel betrifft den Rapper D4vd, der kürzlich wegen Mordes angeklagt wurde. Spagnuolo soll auf Googles interne Trenddaten zugegriffen haben, die zeigten, dass D4vd in den Suchanfragen stieg, und platzierte dann über AlphaRaccoon eine Wette darauf, dass er nur wenige Stunden später in der Liste der meistgesuchten Begriffe erscheinen würde.
„Im Gegensatz zu den Gegenparteien seiner Geschäfte kannte Spagnuolo das Ergebnis dieser Wetten, bevor die handelnde Öffentlichkeit es tat“, heißt es in der Klageschrift.
Nachdem er Wetten gewonnen hatte, soll Spagnuolo 5 Millionen USDC von seinem Polymarket-Konto auf eine externe Wallet verschoben haben. Die Gelder wurden dann über einen Krypto-Tauschdienst und ein Datenschutz-Tool geleitet, das dazu dient, Blockchain-Transaktionen zu verschleiern.
Einige dieser Gelder landeten Berichten zufolge bei einem Zahlungsabwickler in Italien, der mit einem Konto verknüpft war, das unter Verwendung von Spagnuolos staatlichem Ausweis eröffnet wurde.
Versuche, die Spuren zu verwischen
Communities auf Discord und X begannen im Dezember zu spekulieren, dass AlphaRaccoon ein Google-Insider sei. Kurz darauf wurde der Benutzername Berichten zufolge in eine Wallet-Adresse geändert.
Das Justizministerium klagte Spagnuolo wegen Warentermingeschäftsbetrugs, Überweisungsbetrugs und Geldwäsche an. Ihm droht eine Höchststrafe von 50 Jahren Gefängnis.
Die Commodity Futures Trading Commission reichte am selben Tag eine Zivilklage ein, in der sie Entschädigung, die Herausgabe von Gewinnen, zivilrechtliche Strafen sowie dauerhafte Handels- und Registrierungsverbote fordert.
Der Leiter der Durchsetzungsabteilung der CFTC, David Miller, sagte, die Abteilung sei „wie ein Polizist auf Streife, der den illegalen Gebrauch von Insiderinformationen auf Prognosemärkten überwacht.“
Google bestätigte, dass Spagnuolo beurlaubt wurde. Ein Unternehmenssprecher sagte, die Verwendung vertraulicher Daten für Wetten sei „ein schwerwiegender Verstoß gegen unsere Richtlinien“, obwohl das von ihm verwendete interne Tool allen Mitarbeitern zugänglich war.
Dies ist die zweite große Festnahme wegen Insiderhandels bei Polymarket. Im April wurde ein Soldat der US Army angeklagt, weil er klassifizierte Informationen genutzt hatte, um auf die Gefangennahme des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu wetten.
Der Kongress leitete am vergangenen Freitag eine Untersuchung gegen Polymarket und die Konkurrenzplattform Kalshi ein, da Bedenken bestehen, dass Regierungsbeamte Insiderwissen nutzen könnten, um auf Prognosemärkten Gewinne zu erzielen.
Der Artikel wird von einem Drittanbieter bereitgestellt. SeaPRwire (https://www.seaprwire.com/) gibt diesbezüglich keine Zusicherungen oder Darstellungen ab.
Branchen: Top-Story, Tagesnachrichten
SeaPRwire liefert Echtzeit-Pressemitteilungsverteilung für Unternehmen und Institutionen und erreicht mehr als 6.500 Medienshops, 86.000 Redakteure und Journalisten sowie 3,5 Millionen professionelle Desktops in 90 Ländern. SeaPRwire unterstützt die Verteilung von Pressemitteilungen in Englisch, Koreanisch, Japanisch, Arabisch, Vereinfachtem Chinesisch, Traditionellem Chinesisch, Vietnamesisch, Thailändisch, Indonesisch, Malaiisch, Deutsch, Russisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und anderen Sprachen.